Ausformuliert: Smalltalk

Kokosnussblüten zum Abendessen und Würfelzuckerkerne in der Brotschneidemaschine aufwendig zum Dessert aufbereitet. Heller Schein der Augen löste die Luft in Materie und der Mund war zum Sprechen zu trocken. Unangenehme Atmosphäre, der Rücken, in der Anatomie eines Winterschläfers, konnte nicht glauben geliebt zu werden. Trotzdem haben wir uns respektvoll verabschiedet.

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Spinnerin

Ich bin eine Spinne, euch alle werde ich fangen, Menschenfängerkind.

Ich lasse einen klebrigen und süßen Faden los, auf euch, aber trotzdem lasse ich los. Mein Gehirn ist auf der Suche nach dem größten Herzen verloren gegangen, seitdem spinne ich meinen Weg und obwohl ich ihn allein gegangen, habe ich euch eingefangen. Ohne Vernunft bleibt es mir nur noch übrig zu lachen oder zu weinen, ich tue es abwechselnd, oder ich starre in die Luft. Ich bin du und du warst ich, kannst du dich an mich erinnern? Erdbeeren mit Sahne sollen mein Kissen sein? Um mich zu küssen wagst es du achtzig Atemzüge zu überholen. Lasst uns langsam singend wandern, mit den Königinnen pfeifen und unter unseren Füßen schlafen. Entkommen kannst du nur, wenn mein Netz keine Struktur hat. Mein Gehirn hätte das jetzt schon gewusst?

membrillos

Alter knarzender Quittenbaum.

Trägst keine weinenden membrillos, heute nicht.

Warst immer mein teurer treuer Freund, doch habe ich dich heute zum ersten Mal erkannt. Zeiten der Unschuld schlafen in deinen jungen Blüten, für diesen Sommer. Und alle Krankheiten waren vergänglich, immer wieder gebarst du neue Generationen weißer Blüten.

Du hast mir deinen Pelz geschenkt, er hielt mich warm und fest in Selbstverständlichkeit, alter Freund, trägst keine weinenden membrillos, heute nicht.

Du warst immer für mich da, in allen meinen Phasen, still und geduldig hast du mit der Wahrheit auf mich gewartet. Sie sind nackt und sie weinen, die membrillos, die Blüte, sie blutet heute und verschmort ist die Marmelade, das Wasser hat nicht gereicht die Tränen hinfortzuwaschen. Sie haben keinen Schutz mehr, membrillos membrillos, ihr Klagelied erschüttert meine Ohren, membrillos membrillos, erschüttert die Mauern meines Wesens, es ist genauso bunt wie euer liebevolles Willkommen. Membrillos membrillos, sinkt weiter über euer Leid, lasst den Mut singen, membrillos. Das Blut steht euch auf der Stirn, nehmt es ab, mordende membrillos. Nehmt es ab und klagt, membrillos membrillos, klagt der Opfer eurer Familien, ich sehe die Tränen meiner Freundin. Nehmt es ab von ihr, lasst sie friedlich leben!

Knarzender Quittenbaum, du warst immer mein Freund, ich aß dein Brot und trotzdem habe ich dich heute zum ersten Mal erkannt.

Heiße Luft

Jajaja

In meinem Kopf ist es viel schöner als hier draußen. Vielleicht ist die Realität salziger als das Mousse au Chocolate da oben mit seiner peinigenden Vernebelung meiner Sinne. Aber Salz kommt doch aus den Bergen und aus dem Meer und nimmt uns unsere Sorgen! Und niemand kann dein Leben für dich leben! Es ist deine Perle eines vom Wind zusammengewehten Armbands, es ist dein Alles und doch Nichts, mit Allem, was zählt und nicht bleibt, und allem Nichts, was bleibt, aber nicht zählt. Meine hohlen Worte tragen die hohen Werte meiner Ahnen. Heiße Luft lässt sie schwimmen, schweben, über die Jahre bestehen. Es ist mir egal, ob du über deinen Kopf lachst und ich über meinen Kopf lache. Es ist mir egal, ob ich über deinen Kopf lache und du über meinen Kopf. Zumindest sind wir für einen kostbaren Moment zusammen glücklich.

Zum Umgang mit Realität

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Ich, als Mensch, suche nach Werten. Bewusst gesetzt ist hier das ICH – weil ich ein Mensch mit subjektiver Wahrnehmung bin und ich nie von einer absoluten Wahrheit, die für alle Menschen gilt, ausgehen kann, obwohl ich für mich zu dem Eindruck gekommen bin, dass die meisten Menschen nach diesen Werten streben.

Auffällig ist hier die Verwandtschaft der Wörter „Wert“ und „Bewertung“: Die Bewertung bezeichnet den Vorgang des Gebens von Werten. Der Wert ist mit großer Wahrscheinlichkeit also ein Faktor, der uns im Leben Halt gibt. Angesichts der Tatsache, dass wir sowohl von den rauen als auch von den schönen Seiten des Lebens beeinflusst werden, bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass wir im Leben nach  Standhaftem suchen – im besten Falle nach einem Teil unveränderlich positiver Realität – welche ein gefasster Wert bedeuten würde. Das Geben von Werten baut uns unsere eigene, hoffentlich unveränderliche, positive Teilrealität, in die wir uns zurückziehen können, wenn uns das Leben eine besonders raue Seite zeigt, die uns negativ zu beeinflussen droht.

Mir, als Mensch, hat es also geholfen, genau darauf zu hören, was für mich Wert besitzt. In verunsicherten Zeiten musste ich diesen Wert auch bewusst finden – also beschließen. Diese Definition, die ich somit allein für mich beschlossen habe, war unabhängig von der Wertgebung anderer Menschen. Ihre Bewertung meiner Bewertung war also für meine positive Teilrealität unveränderlich. In dieser Teilrealität ist es mir möglich die Realität, in der meine Teilrealität sich, durch meine Werte gefestigt wie ein Zelt in der Natur zum Schutz vor Wetter und Insekten, befindet, zu beobachten und wahrzunehmen, um mit der unerwarteten Unverblümtheit der Realität umgehen zu lernen und auch von ihrer Atmung – der ständigen Veränderung der Realität – mit meinem Zelt nicht weggeweht zu werden. Ein schöner Nebeneffekt meiner Wertgebung ist, dass ich von den Teilrealitäten anderer Menschen nicht mehr abhängig bin, denn nun weiß ich und respektiere ich, dass auch sie nur versuchen in einer stürmischen Regennacht ihr kleines Zelt an einem Abhang aufzuspannen.

Die groben Hände des Lebens

Leben!

Nimm deine schweren Hände von der zarten Seele meiner kleinen Schwester.

Sie ist zu gut und trägt die Sonne in unsere Herzen. Sie will singen!

Seit wann ist das Leben der Stimme zu geizig? Schenkst sie den Menschen, die viel reden, wenn der Tag lang ist, laut und viel! Nimmst du sie nun denen, die den Klang ergeben liebten?

Leben! Nimm deine groben Hände vom ehrlichen Mund meiner kleinen Schwester!

Er weiß die Wahrheit und das in diesen jungen Jahren. Schlau, schön und stumm hast du ihn geschaffen. Seit wann ist das Leben der Sprache zu geizig? So viele Geschichten schwimmen um unsere schreckliche Realität. Ihre kleine Geschichte ist stolz wie die Seerosen und andächtig wie das standhafte Ufer. Erzählt darf sie werden, oh ja, erzählt muss sie werden. Ich weiß, dass auch du sie über alles liebst. Leben, sie ist zu gut für dich! Nimm deine großen Hände von ihr, ich lege sie für dich auf die dankbare Erde. Die Bäume werden dir danken, sie wollen nicht singen, sie wollen lauschen, schweigen und wissen. Sie werden ihre Freude an deinen starken Händen haben, unsere alten Freunde.

Leben, ich weiß nicht, wer du bist, ich sehe dich nur selten und du bist so launisch. Du hast meinen Dank, meinen Respekt und meine Achtung.

Doch nimm deine gewaltigen Hände von meiner kleinen Schwester! Sie spricht mit mir, ob du das willst oder nicht.

Willkommen

Mein Schatten ist mein Ego, ich kann es nicht verlassen. Bin ganz voller Asche, ganz unrein und lachen muss ich hässlich, ich fühle mich klein und allein.

Wenn ich dich spreche, spreche ich den Dämon meiner selbst und wir sprechen beide mit einem gebrochenen Spiegel unserer Egos, der verstaubt ist und trotzdem mit grausam scharfen und klaren Linien spielt, als würde nicht unser Leben davon abhängen. Richte ihn! Mach ihn ganz! Mach mich schön! Sieh mich schön. Hilf mir mit mir, trage mich! Gib mir deine Liebe.

Der Schlüssel zu meinem Herzen wohnt in meinen Augen und deinen Ohren, meinen Gedanken und meiner Hoffnung auf Licht, meiner Scheu vor der Nacht. Ich betrete einen Raum voller Sonne und stolzer Gemälde einer stolzen Frau an den Wänden, lustiger Lieder mit leicht traurigen Glücksdreiklängen, Mosaike aus Muscheln und Stimmen kleiner Meister der Intelligenz, leichten Herzens und einfachen Lachens. Ich betrete einen Raum des Lebens, voller Pflanzen mit Blüten, voller bunten Farben und Aufrichtigkeit. Voller Achtsamkeit. Hier tanze ich mit kleinen bunten Vögeln und ich singe für das Leben und es zählt nur mein Herz und meine Tränen der tiefen Freude. Hier verneige ich mich vor dem Leben und ich danke der Welt mit jeder Faser meines Körpers, von hier trage ich meinen Teil für die Welt aus. Ich packe meinen guten Rucksack hier für euch. Ich möchte dich willkommen heißen, so gerne ganz kurz, lass uns einen Kaffee zusammen trinken, auf der Terrasse, ganz kurz nur, lass uns auf das Leben trinken, zwei Kurze, lachen und schreien vor gutem schönem Irrsinn. Tanzen und vergessen! Ich möchte dich achten und lieben, drei kurze Tage, ich zeige dir meine Welt. Doch wirst du sie verstehen?