Zum Umgang mit Realität

fullsizeoutput_147d

Ich, als Mensch, suche nach Werten. Bewusst gesetzt ist hier das ICH – weil ich ein Mensch mit subjektiver Wahrnehmung bin und ich nie von einer absoluten Wahrheit, die für alle Menschen gilt, ausgehen kann, obwohl ich für mich zu dem Eindruck gekommen bin, dass die meisten Menschen nach diesen Werten streben.

Auffällig ist hier die Verwandtschaft der Wörter „Wert“ und „Bewertung“: Die Bewertung bezeichnet den Vorgang des Gebens von Werten. Der Wert ist mit großer Wahrscheinlichkeit also ein Faktor, der uns im Leben Halt gibt. Angesichts der Tatsache, dass wir sowohl von den rauen als auch von den schönen Seiten des Lebens beeinflusst werden, bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass wir im Leben nach  Standhaftem suchen – im besten Falle nach einem Teil unveränderlich positiver Realität – welche ein gefasster Wert bedeuten würde. Das Geben von Werten baut uns unsere eigene, hoffentlich unveränderliche, positive Teilrealität, in die wir uns zurückziehen können, wenn uns das Leben eine besonders raue Seite zeigt, die uns negativ zu beeinflussen droht.

Mir, als Mensch, hat es also geholfen, genau darauf zu hören, was für mich Wert besitzt. In verunsicherten Zeiten musste ich diesen Wert auch bewusst finden – also beschließen. Diese Definition, die ich somit allein für mich beschlossen habe, war unabhängig von der Wertgebung anderer Menschen. Ihre Bewertung meiner Bewertung war also für meine positive Teilrealität unveränderlich. In dieser Teilrealität ist es mir möglich die Realität, in der meine Teilrealität sich, durch meine Werte gefestigt wie ein Zelt in der Natur zum Schutz vor Wetter und Insekten, befindet, zu beobachten und wahrzunehmen, um mit der unerwarteten Unverblümtheit der Realität umgehen zu lernen und auch von ihrer Atmung – der ständigen Veränderung der Realität – mit meinem Zelt nicht weggeweht zu werden. Ein schöner Nebeneffekt meiner Wertgebung ist, dass ich von den Teilrealitäten anderer Menschen nicht mehr abhängig bin, denn nun weiß ich und respektiere ich, dass auch sie nur versuchen in einer stürmischen Regennacht ihr kleines Zelt an einem Abhang aufzuspannen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s