membrillos

Alter knarzender Quittenbaum.

Trägst keine weinenden membrillos, heute nicht.

Warst immer mein teurer treuer Freund, doch habe ich dich heute zum ersten Mal erkannt. Zeiten der Unschuld schlafen in deinen jungen Blüten, für diesen Sommer. Und alle Krankheiten waren vergänglich, immer wieder gebarst du neue Generationen weißer Blüten.

Du hast mir deinen Pelz geschenkt, er hielt mich warm und fest in Selbstverständlichkeit, alter Freund, trägst keine weinenden membrillos, heute nicht.

Du warst immer für mich da, in allen meinen Phasen, still und geduldig hast du mit der Wahrheit auf mich gewartet. Sie sind nackt und sie weinen, die membrillos, die Blüte, sie blutet heute und verschmort ist die Marmelade, das Wasser hat nicht gereicht die Tränen hinfortzuwaschen. Sie haben keinen Schutz mehr, membrillos membrillos, ihr Klagelied erschüttert meine Ohren, membrillos membrillos, erschüttert die Mauern meines Wesens, es ist genauso bunt wie euer liebevolles Willkommen. Membrillos membrillos, sinkt weiter über euer Leid, lasst den Mut singen, membrillos. Das Blut steht euch auf der Stirn, nehmt es ab, mordende membrillos. Nehmt es ab und klagt, membrillos membrillos, klagt der Opfer eurer Familien, ich sehe die Tränen meiner Freundin. Nehmt es ab von ihr, lasst sie friedlich leben!

Knarzender Quittenbaum, du warst immer mein Freund, ich aß dein Brot und trotzdem habe ich dich heute zum ersten Mal erkannt.

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