Berlin

Alles ist verstaubt aber er bleibt nicht liegen, denn alles bewegt sich. Ich bin hier ohne zu definieren. Die vielen Gesichter der Stadt, werden eins, fahl bunt,  immer fahl bunt, abgekämpft,  immer abgekämpft. Sie kämpfen gegen das Leben, immerzu. Kamen hierher, um es zu suchen. Fanden es, aber in ihm keinen Wert. Hätten ihn setzen…

Kragen der Welt

Herbst, Kragen der Welt, zitierst den Herrn, wenn der Regen fällt. Fällt tief in meine gierig saugende Seele, scharfkantig in meine trockene Kehle, der sommerlich süße Nektar des Lebens ist auf meiner Zunge gegoren wie  eine zu frühe Versprechung. Wir haben heimlich auf das Leben geschworen  ohne Achtung des Vertrags mit dem väterlichen Tod,  der…

Einsamer Gedankenpalast

Hier ist alles kristallklar und gerade deshalb messerscharf und eiseskalt. Ich sehe wahrhaftige Spiegelungen, gegenseitig reflektierende Wahrheiten, die sich durch Spiegelbilder gegenseitig verändern. Auch Zahlen würden hier oben greifen, beschreibend und selbst zählend, Unendlichkeiten in Größe und Form. Ich schneide mich an den Gedanken, sie trennen alles, bleibe mit der Zunge hängen, als ich versuche…

Geister

Würde ich nicht blau sehen, wüsste ich, dass ich blau sehe. Heute sehe ich indigo, meinen Geist, und wünsche mir, dass du ihn in deinem Sonnengelb als meinen Geist in deinem Geist erkennen kannst. Denn wenn wir beide erkennen, dass alle Menschen unseren Geistes sind, in tausenden bunten Farben, wäre dies der Anfang.   Wir…

Quant

Mein Name ist freies Molekül, klein kreisend in zerbrechenden Zirkeln, ehrlich unperfekt präsent. Energie krümmt meine Raumzeit zu einem Lächeln. Willst du mein Quant sein, frei wie die Logik, die ihren Boden nur in deinem Kopf findet? Kannst du mir sagen, warum du lächelst? Deine Augen wissen es gewisser als du selbst. Ich hab keine…

Kleine Weltzelle

Dass man immer gibt, selbst, wenn man es nicht bemerkt, nicht geben oder bemerken will, selbst, wenn du Angst hast zu viel zu geben, selbst dann gibst, kleine Weltzelle, mit dir selbst deine Angst, zu viel zu geben, gibst. Das hat mich heute so zum Lachen gebracht, dass ich mit dem Himmel über die dicken…

Träumerin der Bäume

Da Bäume nicht schlafen, nur wachen, nur wandeln, nur wachsen, loslassen und wieder weiterwachsen, trennen und blühen, hörend miteinander sprechen, mit innerlich-wissendem Auge sehend verletzt werden und ihre Zerstörer trotzdem zu lieben verstehen, um daran zu wachsen – vielleicht sehen sie keine Bilder, sondern realen Atem, vielleicht sehen sie was das Gesehene spricht, ihnen zuspricht….

Schmetterling im Wirbelsturm

Auf die Zeit zu blicken, wenn ich
doch weiß, dass es eine Raffung gibt, in der Vergangenheit und Zukunft in einem Hohlraum aufeinanderliegen, ineinander verschlungen, hab ich nicht im Sinn.   Hohl wie tausend Wörter, ballasthaft um mein Leben schwimmend, sich überlagernd aufeinandertreffend, niemals zutreffend und doch mein einziger Halt, um zu zeigen, wie mein Hirn…

Geschichte

Mein Wille, einen Willen zu besitzen, der stärker als meine Geschichte ist, ist stärker als meine Geschichte. Oder ist es meine Geschichte, einen Willen zu haben, der stärker als meine Geschichte sein will?   Das Glück ist so groß, wie du es fassen kannst, Kleines. So seist du ein großes! Wenn du aufstehen möchtest, um…

Radikales Jetzt

Das Schicksal trägt keinen Namen – hör endlich auf es zu benennen. Lass es leben, lass es versengend brennen. Lass es atmen, lass es ohne Muster tanzen, lass es sofort wieder verglühen. Jeder Schritt ist einzigartig und soll sofort wieder vergessen werden, da er weder aufgezeichnet werden kann, noch in der Vergangenheit von Bedeutung ist….