Lied der Erde

Was zu wenig, wird durch Blick der Liebenden gefüllt, was voll, als zu viel angesehen, bekommend das, was in die eigenen Augen passt, verletzlich offene Arme der eigenen Welt, der sprachlosen. Glück denen, die trauen zu schauen. Aus unendlicher Liebe nur eine kurze Begegnung oder aus einer Begegnung unendliche Liebe. Aus einem Krümel ein Universum…

Timaios Kind

Ich bin noch immer ein Kind, eingefangen in Timaios Seifenblase, er pustete mich schaffenden Atems hinein. Ich könnte den leuchtenden Blick in eure Einstellung schärfen oder auch ganz geöffneter Augen sehen. Doch platzt dann meine Welt und auch ihr könnt sie nicht mehr finden. Ein Schimmer würde verloren gehen, ein Farbfleck im Grau, das emsig…

zu Hause

Machst mich ganz, wenn du weg bist, weiß ich nicht mehr, wo ich bin, haben unser zu Hause auf der Straße gepflückt, und es ist tatsächlich an deine Arme gebunden, hat sich dort eingefunden, mein Heim in deinen Händen, fern von Heimat, fern von Wänden. Pläne sind riesig und erst recht meine Richtung geworden, denn…

Offene Tür aus Surfbrettern

  Niemand ist so wie ich, denn ich bin ein individuelles Wesen, phänomenologisch vergessen. Denn der Mensch klammert sich an das Gemeinsame, er übersieht gern, dass wir uns kaum verstehen, kaum verständigen können, kaum die gleiche Wellenlänge surfen und wenn, nicht an gleichem Ort auf gleichem Brett. Das ist so traurig schön, denn uns gehört…

Regenbogenherz

Ewig Kind sein, ewig blind sein. Ewig sehen, was doch wirklich ist. Ewig zum Lachen bringen.   Obwohl ihr denkt, ihr würdet belächeln, öffnet sich euer Herz so ehrlich und zu so großem Lachen, wie es nur ein ewig junges, ewig gerechtes, ewig blindes Lachen eines Kinderblickes zu öffnen vermag, aus großem Regenbogenherzen.   Es…

Zeitloch

Manchmal fühlt es sich so an, als säße ich in einem Zeitloch, malend.   Die Uhr ist längst erloschen und der Pulli um mich wächst zu einem Meer, in dem ich ertrinke, um endlich zu atmen, mit Schmetterlingen im Magen. –   Der Regen schmeißt nach mir in sanften Klängen und meine Augen sehen vorsichtig…

Vertrauen

Denn, wenn du stehst, meine Kleine, hilfst du Herzen auf die Beine, zählst die trüben Wolken mit den klaren Sternen zusammen, ohne sie zu verkennen. Und das ist so, weil deine Nervenfasern mit den Wurzeln der Bäume verwachsen sind, mit den Flügeln der Libellen und den Meeresströmungen. Freier als sie alle, brauchst du nur den…

Die groben Hände des Lebens

Leben! Nimm deine schweren Hände von der zarten Seele meiner kleinen Schwester. Sie ist zu gut, trägt die Sonne in unsere Herzen. Will singen. Seit wann ist das Leben der Stimme zu geizig? Schenkst sie den Menschen, die viel reden, wenn der Tag lang ist, laut und viel! Nimmst du sie nun denen, die den…

Willkommen

Mein Schatten ist mein Ego, ich kann es nicht verlassen. Bin ganz voller Asche, ganz unrein und lachen muss ich hässlich, ich fühle mich klein und allein. Wenn ich dich spreche, spreche ich den Dämon meiner selbst und wir sprechen beide mit einem gebrochenen Spiegel unserer Egos, der verstaubt ist und trotzdem mit grausam scharfen…

Schmerz

Auch der Schmerz fließt durch meine Adern, auch der teure Schmerz. Dickflüssig und süß wie der Honig, der in heiße Milch eingerührt wird. Ehrlich und groß wie der Baum, mein Kindheitsgefährte. Schrecklich und stumpf wie das Messer, das das Fleisch aus den Tomaten presst. Hinterlistig und still, wie der Scham der schlechten Eigenschaft. Majestätisch im…